30.05.2010
Vor einiger Zeit fand ich beim Stadtbummel durch
Kopenhagen auf dem Ramschtisch eines Antiquariats hundert Jahre alte
Portraitfotos. Verlockend: Für nur ein paar Kronen eintauchen in das Leben
unbekannter, feiner Herrschaften aus einer vergangenen Zeit. Kein Name, kein
Alter, höchstens eine Jahreszahl und der Name des Ateliers. Kopenhagen, Esbjerg, Slagelse, Helsingör.


28.05.2010
When I was cycling to work this morning, a bride was biking
right in front of me. Yes, I definitely am sure she was wearing a long white
wedding dress! She tried to hold it with one hand and riding her bike at the
same time. The dresses border was already brown of dirt, although it wasn’t
raining today. She and her boyfriend filled so much of the bicycle path that I couldn’t
overtake them before reaching Dronning
Louises Bridge.
You get it; my way to work leads me through Copenhagen. A town, that promotes itself as
the world’s best bicycle town.

27.05.2010
Manchmal nimmt
die dänische Angst vor den negativen Effekten des beinahe schon verjährten
”Karikaturenstreits” kroteske Züge an. Pünktlich zum Grand Prix 2010 macht man
sich Sorgen, dass die Karrikaturen Dänemarks Platzierung auf den vordersten
Rängen gefährden könnte. Die grosse Tageszeitung Politiken zitiert einen Popmusikexperten
der Uni Kopenhagen: Es bestehe ein Risiko dafür, dass der
Mohammedkarrikatur-Faktor einspielen und eine gute Platzierung verhindern
könnte. (Link zum Artikel: http://politiken.dk/kultur/musik/article979946.ece).
Das wirkt nicht
nur surreal, es erweckt den Eindruck, dass eine Handvoll Zeichner, allen voran der
mehrfach bedrohte Kurt Westergaard, mit ihrer Serie von zwölf Karikaturen, im
Jahr 2006 wohlgemerkt, nicht nur das Image eines Landes nachhaltig geprägt
haben. Auch die Selbstwahrnehmung der Dänen scheint nun verzerrt. Es steht zu
erwarten, dass dem europäischen Grand Prix-Publikum die verschrieenen
Zeichnungen piep egal sein werden. – Sollten das nicht so sein, kann die
politische und kulturelle Bedeutung von Kunst neu bewertet werden.
Schweden hat
übrigens versucht, auf den Karikaturenzug aufzuspringen und sich nicht
gescheut, eigene Mohammed-Zeichnungen zu publizieren. Aber der Trick scheint nur
einmal zu funktionieren.
24.05.2010
Haben Sie schon einmal in einem dänischen Kino gesessen und beherzt in die gerade erworbene Popcorn-Tüte gegriffen - und dann erschrocken die ersten Flocken wieder ausgespuckt? Wer Süßes erwartet, erlebt hier eine salzige Überraschung. Die Frage, warum Popcorn in Dänemark (und Schweden) salzig schmeckt, beschäftigt mich schon lange und weder Google noch Wikipedia scheinen bisher eine Antwort parat zu haben. Ich tröste mich daher nur mit dem Gedanken, dass deutsch-skandinavische Geschmäcker eben verschieden sind. Im Land des Lakritz-Eis, wo man auch mal Käse mit Marmelade und warme
Leberpastete mit salzigem Gelee isst, hat auch salziges Popcorn seine
Daseinsberechtigung.I Und es schmeckt ja auch, wenn man weiß, was einen erwartet. - Den Dänen geht es übrigens umgekehrt genauso, wenn sie erschrocken das viel zu süße, deutsche Popcorn beiseite stellen. Dann essen sie im Kino vielleicht lieber eine Tüte Gummitiere - und müssen verärgert feststellen, dass die deutsche Standard-Mischung kein Lakritz enthält.
24.05.2010
Ækel eller vidunderlig?
Er lus, myg og barkbiller ækle eller skønne? Hvis man ser på dem i kæmpeforstørrelse
gennem et mikroskop, så går det op for en, hvilke fascinerende små detaljer man
hver dag går klip af.

Man kan faktisk se en lus i ansigtet. Så går det op for en, at der eksisterer
en helt anden verden, som overhoved ikke ligner den vi kender. Der lever små
aliens ude i skoven og midt blandt os. Er de ækle, kun fordi de ser anderledes
ud end vores standard? Deres ben er for lange, eller for mange; deres øjne for
store, og deres snabler for lange. Men på et eller andet vis er disse aliens
verden fascinerende – og vidunderlig.
I Tadracomix’
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