26.05.2011

Bus Kopenhagen

Die dänische Flagge, auch „Dannebrog“ genannt, ist ja bekanntlich eines schönen Tages (am 15. Juni 1219) bei der Schlacht bei Lyndanisse, dem heutigen Tallinn in Estland, vom Himmel gefallen. Seitdem gibt die „Dannebrog“ den Dänen Identität und Beschäftigung.

Beschäftigung? – Nun ja, schließlich gibt es unzählige Anlässe die rot-weiße Fahne zu hissen. Offiziell gibt es konkrete Regeln für Militärs und Behörden.

Hat ein Mitglied der königlichen Familie Geburtstag oder ist ein offizieller Feiertag, dann sind die Stadtbusse in Kopenhagen mit kleinen Fähnchen geschmückt, die wie zwei Hörner vorn links und rechts die Frontansicht der Busse verzieren. Radelt man dann über die Dronning-Louises-Bro ins Zentrum von Kopenhagen, so wehen auch dort vier überdimensionierte Flaggen vor dem Hintergrund der Seen des ehemaligen Wallgrabens. Ist königliche Hochzeit in England, empfängt die Königin hohen Staatsbesuch oder feiert das norwegische Bruderland seinen Nationalfeiertag, dann wehen nur die Fahnen der Busse. Ist ein wichtiger EU-Jahrestag, dann kann auch einmal eine EU-Flagge auf der einen Seite und eine Dannebrog auf der anderen Seite des Busses wehen. Lustig anzuschauen – aber es fehlt noch die Informationstafel für Touristen, mit dem Hinweis, was gerade gefeiert wird.

Privatpersonen können im Prinzip jeden Tag zum Festtag machen und morgens die Flagge ausrollen. Viele Dänen zeigen zum Beispiel, dass sie Geburtstag haben, indem im Vorgarten die Fahne weht. Falls man keinen Vorgarten und keine Fahnenstange hat, steckt man eben Plastikfahnen in die Hecke oder, wie in Kopenhagen manchmal gesichtet, klebt man Fähnchen an den Hauseingang. Auch auf dem Geburtstagstisch darf die kleine Miniaturfahnenstange samt Dannebrog nicht fehlen. Schließlich stecken auch noch Deko-Fähnchen im Kuchen, sodass einem am Ende ganz rot-weiß vor Augen werden kann.

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