15.09.2011

Als ich im September 2009 in einer Schule in Hamburg meine Stimme abgab, gab es dort drei Wahlkabinen und außer den zwei Wahlhelfern war keine Menschenseele zu sehen. Der Schulhof wirkte wie ausgestorben und ich war zunächst unsicher, ob ich an der richtigen Stelle gelandet war. Klar, es war mitten am Tag – aber andererseits lag die Wahlbeteiligung in Deutschland 2009 mit 70,78 % auch auf so niedrigem Niveau wie nie zuvor. In meinem Wahlbezirk kamen sogar nur ca. 65 % der Wahlberechtigten zur Urne.

Im Kontrast dazu: Dänemark

Wahl in Kopenhagen

Heute wählen die Dänen eine neue Regierung. Ich hab mir die Chance nicht entgehen lassen und mir das Spektakel am nächstgelegenen Wahllokal in Kopenhagen aus der Nähe angeschaut. Auch hier handelte es sich um eine aus roten Klinkern gebaute Schule, nur das man dort – auch 14 Uhr nachmittags – den Eingang zum Wahllokal kaum übersehen konnte. Auf dem Schulhof parkten Fahrräder und Kinderwagen und Gruppen von Menschen strömten gen Eingang. Eine Rollstuhlfahrerin fuhr hupend vor, was ihr lustige Kommentare vom Wachpersonal einbrachte. Drinnen gab es nicht drei Wahlkabinen und zwei Wahlhelfer, sondern mindestens acht Wahlhelfer und 20 Wahlkabinen. Weil so viele Wahlberechtigte heute bis 20 Uhr noch durchgeschleust werden müssen, gab es einen separaten Ein- und Ausgang.

Bei der letzten Folketingswahl 2005 lag die Wahlbeteiligung in Dänemark denn auch mit 84,5 % deutlich über dem deutschen Durchschnitt. So liegt in Kopenhagen heute auch eine erwartungsvolle Stimmung in der Luft und die Wahlberichterstattung im Fernsehen heute Abend ist ein Muss – ein soziales Event, zu dem man sich mit Freunden auf der Couch und zum Abendessen trifft.

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