Resteessen!
Europas Konsumenten schmeißen jeder jedes Jahr im Schnitt 95 Tonnen Lebensmittel weg, die Industrie noch viel mehr: 186 Tonnen. Nur in Nordamerika kommt noch mehr Essbares in den Müll. Das geht aus der FAO-Studie „Global food losses and food waste“hervor.
Und oft ahnt man es ja auch, wenn man in die hinteren Ecken des eigenen Kühlschranks schaut. Da stehen uralte saure Gurken, liegen drei schrumpelige Kartoffeln und eine keimende Zwiebel, ein Ei, dessen Verfallsdatum abgelaufen ist – und allzu oft muss man die Reste dann wegwerfen, wenn sie zu lange gelegen haben. Aber was soll man auch damit machen?
Was tun mit dem Rest vom Schützenfest?
Kein Zweifel, angesichts weltweiter Ressourcenknappheit und Hungersnöten in den Dritte-Welt-Ländern sollten wir endlich lernen, ökonomischer mit unseren Lebensmitteln (und letztlich auch unserem Geld) umzugehen. Wir kaufen neue Lebensmittel, ohne die alten aufzubrauchen, weil wir gerade ein bestimmtes Gericht kochen wollen – oder einfach nicht wissen, was man mit drei Kartoffeln, sauren Gurken, einer Zwiebel und einem Ei anfangen soll.
Resteessen-Generator
Auf vielen Rezepte-Seiten gibt es inzwischen eine Art „Resteessen-Generator“, wo man speziell Rezepte nach vorhandenen Zutaten suchen kann. Auf dänischen Seiten heißt diese Funktion oft „tøm køleskabet” – mach den Kühlschrank leer. So ein kleines Suchprogramm gibt es beispielsweise auf „das Kochrezept“, „Beste Rezepte“ und auf Dänisch bei „opskrifter“. Die Idee ist super – aber an der Umsetzung hakt es oft noch. Denn wenn ich auf „Das Kochrezept“ nach Kartoffel, Zwiebel, Ei und Salz & Pfeffer suche, findet die Suchmaschine keine Ergebnisse – nicht einmal ein einfaches Rezept für Bratkartoffeln mit Spiegelei! Auf „Beste Rezepte“ und „opskrifter“ bekommt man wenigstens Rezeptvorschläge, die die Zutaten enthalten – allerdings oft auch noch zehn andere Dinge obendrein. Und Hackfleisch, Hühnchenfleisch und Endiviensalat liegen wiederum nicht immer in meinem Kühlschrank. Das bedeutet, ich muss doch einkaufen gehen. Dann kaufe ich aber meist mehr, als auf dem Zettel steht oder produziere neue Reste – und ruck-zuck ist das Problem wieder da.
Auf zum kreativen Kochen!
Das einzige, was hilft, ist, sich nicht sklavisch an Rezepte zu halten, sondern einfach selbst loszulegen. Oft kann man sich ja gut denken, welche Zutaten zusammenpassen und welche nicht – und los geht’s. Für die, denen das schwer fällt, wäre ein Tool zum kreativen Restegebrauch nicht schlecht. – Was passt zusammen, welche Menge reicht, wie lange müssen welche Dinge durchschnittlich backen, etc. … Dies als Aufruf für alle Gourmet-Programmierer & Kochseiten-Produzenten.
