Baby online… - Willkommen in der digitalen Welt!
Noch nicht mal auf der Welt, machen viele Babys heute schon
online Karriere. Ob auf Facebook, StudiVZ oder sogar der ersten, eigenen
Homepage – die ersten Ultraschallbilder des Nachwuchses sind häufig schon vor
der Entbindung online. Die krassesten Ausläufer dieser Entwicklung sind
positive Schwangerschaftstests in den Bildergalerien von sozialen Netzwerken,
noch bevor die Eltern ganz sicher sein können, dass es der Embryo überhaupt ins
nächste Stadium – zum Fetus – schafft. Schließlich gehen Wissenschaftler davon
aus, dass die Natur etwa die Hälfte der befruchteten Eizellen schon in den
ersten zwei bis drei Wochen und bis zur etwa zwölften Schwangerschaftswoche wieder
aussortiert. Wenn die Netzgemeinschaft den ersten Schwangerschaftstest,
Ultraschallbilder und Fotos vom schwangeren Bauch synchron online mitverfolgen
kann, ja auch schon den Namen des Kindes erfährt, kann man von Glück sprechen,
wenn die Geburt dann nach bereits neun Monaten werdendem Leben in der Öffentlichkeit
problemlos überstanden ist. – Wahrscheinlich wird es auch hier nicht mehr lange
dauern, bis gar Befruchtung und Entbindung per Webcam im Internet live zu
beobachten sind. Die ersten Fotos des Babys werden noch aus dem Kreissaal per
Handy auf Facebook gepostet und dann geht es weiter mit dem minutiösen
Protokoll aus dem Tagesablauf eines Kleinkindes – z.B. auf der eigenen
Homepage. Hier können Großeltern, Bekannte und praktisch die ganze Welt
mitverfolgen, ob Klein-Laura nun heute ein Bäuerchen gemacht oder gerade
Durchfall hat. Leider ist es bisher zuweilen schwer, Inhalte dauerhaft wieder
aus dem Netz zu entfernen. Wollen wir für Laura und all die anderen
Online-Babys hoffen, dass künftige Arbeitgeber nicht, neben den Profilen in
sozialen Netzwerken, auch die alten Babyseiten potentieller
Bewerbungskandidaten anschauen werden…

Meine Freunde leben jetzt zunehmend digital. 